|
Hallo liebe Besucher!
Das ist meine dritte Puppenseite. Mit "Christina" bin ich, Gisela Santen, gemeint. Christina ist mein zweiter Vorname und deswegen habe ich die Seite so benannt.

Gisela Christina Santen nämlich ist eine Puppenmacherin, die nebenbei eine Familie hat
So ist es wohl, denn ich kann mir nicht erklären, wie es meine Häwelpuppen sonst geschafft haben, sich überall dort aufzuhalten, wo unser Familienleben stattfindet. Zuhause sind sie immer mittendrin, wenn nicht körperlich, dann zumindest Teile von ihnen. Ich habe zwar ein eigenes Zimmer für meine Näharbeiten, aber meistens ist es mir nicht möglich, mich nur auf einen einzigen Raum zu beschränken. Allseits kann man etwas entdecken, das weder mir, noch meinen Mann oder meinen Kindern gehört. Es sind zweifellos Puppensachen, für die sich niemand verantwortlich fühlt und bequemlichkeitshalber toleriert werden (sonst sage ich jedem, er soll seine Sachen wegräumen ;-)). Man könnte meinen wir hätten einen kleines Mädchen bei uns wohnen, das überall seine Puppen liegen lässt, dabei ist es nur eine erwachsene Frau, die sich gerne mit bunten Stoffen und Wolle umgibt.

Wen stört es schon, wenn ein Söckchen unter dem Wohnzimmertisch liegt und ein Stück Schafwolle in der Topfpflanze hängt ? Mich jedenfalls nicht und solange mein kreatives Chaos nur dafür sorgt, unser Haus ein wenig bunter aussehen zu lassen, kann keine Rede von Unordnung sein ;-)
Vielleicht habe ich es so geschafft einen Puppenfreundlichen Haushalt zu gestalten. Vor vielen Jahren als ich mit dem Puppenmachen angefangen habe, war es für mich nur ein Hobby, das ich in der Gesellschaft von anderen Frauen ausgeübt habe. Das ganze Jahr habe ich hin und wieder Waldorfpuppen genäht, die ich zu Weihnachten auf einem Basar ausgestellt habe. Diesen Kunsthandwerker Markt besuche ich heute immer noch, nur dass meine Vorbereitungen erst sehr viel später beginnen. Fünf Wochen bleiben mir meistens, in denen ich mich wundere, wie viel ich im Gegensatz zu früher geschafft bekomme.
In vielerlei Hinsicht hat sich meine Einstellung zum Puppenmachen über die Jahre verändert. Durch die Anthroposophie und deren Ansichten über das kindliche Wesen, sind die Waldorfpuppen näher in mein Bewusstsein gerrückt. Ich habe gemerkt, dass hinter meiner Handarbeit mehr als ein Hobby steckt. Ich nähe sinnvolles Spielzeug (hauptsächlich nach dem Vorbild der Waldorfpuppen) für Kinder, das aus natürlichen, wenn auch bescheidenen Materialien gearbeitet ist und die kindliche Fantasie bestärken und anregen soll. Eine handgearbeitete Puppe ist etwas einzigartiges und oft genau für das Kind geschaffen, das sie bekommen soll. Indem ich mir selbst eine Aufgabe daraus mache, etwas gutes für Kinder zu tun, lasse ich auch meine Puppenkinder an diesem glücklichem Gefühl teilhaben.
Die Babypuppen und Puppenkinder, die ich nach den Wunschvorstellungen der Eltern oder Verwandten anfertige, entsprechen meistens einem bestimmten Typ. Ich höre manchmal, dass ein Puppengesicht große Ähnlichkeit mit dem eigenen Kind aufweist und deswegen genau die Puppe ausgesucht wird. Wenn diese Puppe jedoch vergeben ist, ist es mir leider nicht möglich den gleichen Gesichtsausdruck ein zweites Mal zu formen. Zuweilen passiert es, dass zwei Puppen wie aus einem Gesicht geschnitten sind und sich mehr ähneln als die übliche Puppenverwandtschaft aus meinem Hause. Das sind allerdings Zufallstreffer, die ich nicht gewollt herausfordern möchte. Ich finde es viel schöner, wenn jede Puppe ihre Eigenarten besitzt, die sie genauso unverkennbar machen wie ein Menschenkind.

Meine persönliche Vorliebe eine Puppe zu gestalten haben reichliche Formen angenommen, besonders die Augen kann ich unterschiedlich ins Gesicht einprägen. Entweder haben sie das Aussehen von kleinen Sternchen oder ich sticke sie rund auf. Wenn man die Sternchenaugen betrachtet, glaubt man viele kleine Wimpern zu sehen, die einen liebreizenden Ausdruck in den Äuglein wiederspiegeln. Die runden Augen sind dafür realistischer anzusehen und haben eine gewisse Ausdruckslosigkeit, die bei den Waldorfpuppen so geschätzt wird. Puppen mit Sternchenaugen oder mit runden Augen sehen daher komplett verschieden aus. Sternchen haben die Eigenschaft zu strahlen während runde Augen zurückhaltender wirken. Deswegen ist es mir wichtig, meinen Puppen einen zaghaft lächelnden Mund aufzusticken. Das Puppengesicht wirkt dann freundlich und offenherzig vergnügt. Diese Seite habe ich jedoch für meine Puppen mit den rund aufgestickten Augen reserviert.
Hier gibt es keine Häwelkinder mit Sternchenaugen.
Das Stupsnäschen ist immer dabei. Mal etwas größer, mal etwas kleiner gehört es in jedem Häwelpuppengesicht dazu.
Der Körper meiner Häwelpuppen ist aus Schweizer Trikot genäht. Um ihn auszustopfen, benutze ich feine Schafwolle, die ich in kleinen, bauschigen Flöckchen in die Arme, die Beine und den Bauch fülle, bis sich alles schön gleichmäßig und fest anfühlt. Durch die langen, dünn gekräuselten Fasern kann die Wolle Luft speichern und ihre Wärme wieder abgeben. Jeder der schon mal einen Wollpulli getragen hat (wenn's nicht zu sehr auf der Haut kratzt), kennt dieses Gefühl. Ich habe oft ein großes Schafwollvlies auf meinem Schoß liegen, wenn ich mit dem Stopfen beschäftigt bin. Es wärmt wie eine Decke und nimmt man das Vlies weg, spürt man den Unterschied. Das ist eine Besonderheit, die ich sehr mag, doch man sagt der Schafwolle noch einen Vorteil nach, den ich persönlich am meisten schätze. Schafwolle ist sehr elastisch und leiert selbst bei größerer Beanspruchung nicht aus. Über kurz oder lang bleibt es zwar keiner Stoffpuppe erspart, dass sie platter und auch schlaffer wirkt, aber wenn man das Puppenkind gleich zu Anfang fest stopft, macht es einen sehr viel agileren Eindruck als eine weicher gestopfte Puppe und verliert nicht so schnell an Form.

Der einzige Nachteil den Schafwolle mit sich bringt, ist die Pflege. Man sollte etwas umsichtig sein. Im Kontakt mit Seife und Wasser fängt Wolle an zu filzen und wenn man es arg übertreibt und die Puppe bei zu hohen Temperaturen in die Waschmaschine steckt, kann es passieren, dass die Wolle ihre Elastizität verliert und klumpt. Von daher empfiehlt sich die Handwäsche. Mit lauwarmen Wasser, Seife und einem Schwamm kann man Flecken abschrubben. Das klappt ganz gut. Wenn die Puppe jedoch so verschmutzt ist, dass es nur auf die harte Tour geht, kann man sie auch in der Waschmaschine, jedoch nur im Schonwaschgang, säubern. Schleudern ist allerdings verboten! Zum trocknen wickelt man die Puppe in ein Handtuch. Vorher sollte man bei jedem Körperteil vorsichtig das Wasser ausdrücken und gleichzeitig die Puppe so zurechtstutzen, dass sie ihre Formen bewahrt und sich nicht unnötig ausdehnt. Im Handtuch umschlungen wird sie dann ein paar Tage trocknen müssen.
Für manche Nasen wird Schafwolle etwas eigenartig riechen. Ich nehme den typischen Geruch überhaupt nicht mehr wahr (es sei denn, ich möchte ihn bewusst riechen), da ich beinahe jeden Tag mit Naturmaterialien, insbesondere mit Schafwolle arbeite. Das ist allerdings ein kleineres Übel, weil die Puppe mit der Zeit ohnehin den Körpergeruch des Kindes annimmt und nur noch von diesem Duft eingenommen ist. Bisher hat mir noch nie jemand gesagt, dass die Schafwolle in der Puppe streng riecht, vielleicht sind es auch nur wenige Nasen, die Schafwolle als unangenehm empfinden. ;-) Da Schafwolle (Feinwolle) als Handarbeitsmaterial jedoch mehrfach gereinigt ist, gilt sie als hygienisch. Manchmal sind es auch die Eltern oder Geschwister denen eine Puppe stinkt, weil sie zu sehr den Geruch vom Kind angenommen hat. Dann soll die Puppe meistens gewaschen werden. Die Puppen-Mamas oder Papas sehen das allerdings gar nicht gerne. Nach der Wäsche hat die Puppe nämlich ihren Geruch verloren, der stets ein vertrautes Gefühl von Geborgenheit und Trost vermittelt hat. Ich glaube, diese Erfahrung mussten wir als Kinder alle einmal durchmachen und es sollte uns lehren, dass riechen eine unentbehrliche Sinnesleistung ist, die mit entscheidend ist, ob wir etwas mögen oder nicht.

Es gibt aber noch jemanden, der von Schafwolle regelrecht angezogen wird. Motten haben sie zum fressen gern und auch Katzen sollen eine Vorliebe für Naturmaterial haben. Eine Puppe mit der viel gespielt wird, fällt den Motten in der Regel nicht zum Opfer, kritischer wird es hingegen, wenn die Puppe als Spielkamerad ausgedient hat und ungeschützt verstaut wird. Doch es gibt ein paar wirksame Patentrezepte, die genau das vorbeugen können. Motten mögen den Geruch von Zeitungspapier oder Karton überhaupt nicht. Ich habe unsere Waldorfpuppen erst in Seidenpapier eingewickelt (färbt nicht und ich lege es immer bei, wenn ich eine Puppe verschicke), dann eine Lage Zeitungspapier drüber gelegt und zum Schuss in einen braunen Pappkarton weggepackt. Wer mag kann noch ein Lavendelkissen beilegen ;-) eine andere sinnvolle Methode ist das Einfrieren der Puppe, hört sich schlimm an, aber es tötet alle unliebsamen Tierchen und deren Brut ab. Das kann man hin und wieder tun, wenn das Kind noch mit der Puppe spielt und man sicher gehen möchte.
Die Stubentiger hingegen können große Verwüstungen mit Figuren aus Märchenwolle anrichten, auch mit Filztieren spielen sie gerne. Unsere Katze war nicht mehr zu bremsen, wenn sie ein Stück Schafwolle oder Mohairfellreste in die Pfoten bekommen hat.
Eine Kundin meinte einmal zu mir, sie befürchte, ihr Kater würde die Puppe anrühren. Um vorzubeugen, wickelte sie das Puppenkind am ersten Abend in ihr Nachthemd ein, (damit es ihren Geruch annehmen konnte), um dem Kater zu signalisieren, dass er nicht daran kratzen darf. Doch scheinbar hat die Puppe es nicht geschafft sein Interesse zu wecken und alle konnten glücklich aufatmen. Der Reiz für die Katzen liegt wohl eher im "Maus" großem Spielzeug, während Hunde auch große Stofftiere reißen. Aber ich möchte jetzt keine unnötige Angst verbreiten. Ein gut erzogener Hund, der in Gesellschaft von Kindern lebt, rührt deren Spielsachen ohnehin nicht an.
Zum Schluss ist noch ein letzter Punkt ausschlaggebend, ob man sich für eine Puppe mit Schafwollfüllung entscheiden kann. Wenn das Kind unter einer Kontaktallergie leidet, sollte man Synthetikwatte vorziehen. In einer Puppe verarbeitet ist sie sehr weich und kann auch bei höheren Temperaturen als 30 ° gewaschen werden. Allerdings ist nicht gewährleistet, dass die Puppe dann noch formschön bleibt (wegen der Mohairwolle/Fell, als Haare sollte man ohnehin auf heiße Waschgänge verzichten, weil die Frisur sonst zottelig und filzig wird. )
Übrigens: Synthetikwatte hat auch ihren eigenen Geruch! In der Puppe verpackt riecht man ihn aber genauso wenig wie die Schafwolle. Es ist alles eine Sache der Wahrnehmung :-)

Bei den ganzen Überlegungen welche Puppe nun am sinnvollsten für ein Kind ist, kann ich lediglich beraten und meine Erfahrungen beisteuern. Letztlich liegt die Entscheidung über Babypuppe oder Puppenkind, Haar und Augenfarbe, Füllung des Körpers, bei den Eltern, die ihren Kindern eine Puppe schenken möchten. Aber ich helfe gerne weiter und erzähle auch schon mal welche Erfahrungen ich und andere Eltern und Verwandte mit Kind und Puppe gemacht haben :-)
Nun heißt meine Seite nicht nur "Christinas Puppenkinder", sondern auch mit "Schäfchenwolle gefüllt und mit Liebe beseelt"
Ein Bild liegt mir dabei besonders am Herzen. Es ist die Babypuppe, die ich in Schäfchenwolle gebettet habe. Eine Hand liegt beschützend auf ihrem Köpfchen und verdeutlicht, wie oft ich dieses kleine Wesen durch meine Hände gereicht habe. Es ist eine Liebe, die ich mit meinen Händen gefunden habe- Hände die unter anderem viel nähen, stopfen und stricken. Mit Naturmaterialien zu arbeiten ist für mich das schönste, man sagt ihnen nach, dass sie beseelt sind und somit auch der Puppe ein Stück Seele verleihen. Ein Puppenkörper der Wärme an ein Kind weitergeben kann und anschmiegsam im Arm liegt, ist eine schöne Erfahrung, bei weitem sehr viel wertvoller als ein harter Plastikpuppenkörper. Gerade kleine Kinder brauchen die schutzumwogene Natürlichkeit schadstofffreier, organischer Materialien. Daran können ihre Sinne wachsen - ihre kleinen Finger nach etwas weichem greifen, die Augen bunte Farben sehen, die Nase etwas vertrautes riechen, unterschiedlich schmecken, und Geräusche wahrnehmen, sobald Bewegung ins Spiel kommt.
Eine frische "Rolle Schäfchenwolle" lässt mich zudem an ein ganz eigentümliches Bild denken. Ich finde es hat die Farbe und die Struktur von frisch ausgerolltem Marzipan (eine ganze Menge Marzipan, wohl wahr!). Aber, zeigen solche Bilder nicht, dass man eine freundliche Beziehung zur Materie bekommen hat? Wenn nicht würde mir das Puppenmachen bestimmt nur halb soviel Freude bereiten :-)
Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Freude beim Betrachten meiner Häwelpuppen!
Diese Art von Puppen können zu einem richtigen Familienmitglied werden, vor allem für Kinder sind sie treue Begleiter in den ersten Lebensjahren.
Liebe Grüße
Gisela Christina Santen
Die Häwelpuppen, die ich auf meinen Webseiten zeige, sind alle in liebevoller Handarbeit entstanden. Da ich jedoch als kommerzielle Puppenmacherin gelte, muss ich darauf hinweisen, dass ich keine Waldorfpuppen anbiete. Der Begriff Waldorfpuppen ist markenrechtlich geschützt und darf offiziell nur von der Firma Käthe Kruse gebraucht werden. Als reine Waldorfpuppen gelten weiterhin sämtliche Stoffpuppen, die zu privaten Zwecken angefertigt wurden und den gängigen Kriterien der Waldorfpuppen entsprechen. Ich bemühe mich seit Jahren meinen Puppen nach den Wertschätzungen der Waldorfpuppen nähen. Vermischt mit meinem eigenen Stil, hoffe ich, dass meine Puppen auch ohne den Namen Waldorfpuppen auskommen und als Häwelpuppen Beachtung finden.
|
|